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Die «First Nations» in Britisch Kolumbien

Die indianischen Völker in der Provinz Britisch Kolumbien weisen eine besonders reichhaltige Kultur auf. Hier verlief die Geschichte anders als im übrigen Kanada.

Von den rund vier Millionen Einwohnern Britisch Kolumbiens sind etwa 130'000 Indianer. Einige von ihnen sind auch aus anderen Provinzen eingewandert. Speziell im Grossraum von Vancouver ist die Bevölkerung sehr vielfältig. Es gibt einen hohen Anteil von Menschen aus Südasien und Ostasien. Und es gibt in der Stadt viele Obdachlose, was mit dem milden Klima zusammenhängt. Die Temperatur liegt selbst im Winter oft über 0 Grad.

Grosse Vielfalt
Die organisatorische und ethnologische Klassierung der Urbevölkerung ist in Kanada nicht einfach, und in Britisch Kolumbien besonders schwierig. In dieser Provinz herrscht eine grosse Vielfalt von Ethnien. Es gibt:

  • 198 Bands. Das ist eine Verwaltungseinheit gemäss der Indian Act. Eine Band - heute meist First Nation genannt - umfasst in der Regel mehrere «Reserves» (es gibt davon in B.C. über 1700), auf denen einige Hundert Menschen wohnen.
  • 29 Tribal Councils. Das ist eine Gruppe von Bands, die meist der gleichen Ethnie angehören, und die sich zur besseren Vertretung ihrer Interessen  zusammengefunden haben.
  • fast 40 verschiedene Sprachen.

Zwei Kulturkreise
Man muss zwei hauptsächliche Kulturkreise unterscheiden: An der Küste und auf den Inseln davor lebten die eingeborenen Völker meist sesshaft in Dörfern, in grossen Häusern. Die Struktur ihrer Gesellschaften ist kompliziert und umfasste früher mehrere Schichten (Adel, Gemeine, Sklaven). Die Kultur ist ausserordentlich reichhaltig, hier ist auch das Land der Totempfähle. Das Meer und die Flüsse waren und sind die wichtigste Nahrungsquelle. Der Lachs spielt auch in der Kultur eine grosse Rolle.

Im Inneren der Provinz ist das Klima rauer, die Nahrungsquellen in der Natur waren spärlicher. Die Jagd spielte eine grössere Rolle, die Gruppen waren kleiner als an der Küste.

Eigenständige Kolonie
Britisch Kolumbien wurde  - im Gegensatz zum grossen Rest von Kanada - vom Pazifik her kolonisiert. Dabei spielte der Handel mit Pelzen eine grosse Rolle. Im Norden tauchten im 18. Jahrhundert die Russen auf, im Süden die Spanier und dann die Engländer, die sich schliesslich durchsetzten. Britisch Kolumbien war zunächst eine eigenständige Kolonie und vereinigte sich erst 1871 mit Kanada.

Die Kolonisten fühlten sich nicht an eine königliche Proklamation von 1763 gebunden, wonach den Ureinwohnern das Land in Verträgen abzuhandeln sei. Die Kolonisten machten sich einfach breit, was Mitte des 19. Jahrhunderts auch durch Epidemien unter den Ureinwohnern erleichtert wurde.

Abgedrängt
Den Indianern wurden kleine «Reserves» als Wohnstätten zugewiesen. Als billige Arbeitskräfte wurden sie teilweise in die Wirtschaft integriert. Die Lebensumstände auf den «Reserves» sind meist schlechter als ausserhalb davon.

Es gibt weniger Arbeitsplätze, Armut und soziale Probleme wie Drogen und Kriminalität sind gross. Das Schulwesen und die Gesundheitsversorgung sind schlechter. Das alles hat zu einer starken Abwanderung geführt. Nur rund die Hälfte der Indianer in Britisch Kolumbien lebt noch auf den «Reserves». (acct)

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  • Das Bundesministerium für Angelegenheiten der Indianer und des Nordens.
  • Das Provinzministerium für die Beziehungen zu den Eingeborenen.
  • Das Museum of Anthropology in Vancouver.
Die Indianer und die Olympischen Spiele
Das waren die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver
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