Studie über Familiendramen unterstützt Waffen-Initiative
Forscher in Lausanne haben 75 Delikte untersucht, bei denen der Täter zuerst seine Opfer und dann sich selber tötete. Die Fälle stammen aus zehn Kantonen während den Jahren 1981 bis 2004. In drei Viertel der sogenannten erweiterten Suizide griff der Täter zu einer Schusswaffe. In einem Viertel dieser Fälle war es eine Armeewaffe, stellt die Studie fest.
Autoren fordern strengeres Waffenrecht
In einem weiteren Viertel (28 Prozent) konnte die Herkunft der Waffe nicht rekonstruiert werden, beispielsweise weil das von der Polizei nicht protokolliert worden war. Die restlichen Waffen - rund die Hälfte - stammte aus Privatbesitz.
In der Zusammenfassung der Studie, die Ende Januar im «American Journal of Forensic Medicine and Pathology» erschien, folgern die Autoren: «Ein strengeres Waffenrecht in der Schweiz könnte ein Faktor in der Prävention von erweiterten Suiziden sein.»
Erstautorin ist die Rechtsmedizinerin Silke Grabherr vom Institut für Rechtsmedizin am Unispital Lausanne. Als einer der weiteren Autoren fungiert der Zürcher Strafrechtsprofessor Martin Killias, der bereits eine ähnliche, auf Hochrechnungen basierende Studie publiziert hatte.
Hemmschwelle sinkt
SP-Nationalrätin Chantal Galladé, eine der Initiantinnen der Volksinitiative «Schutz vor Waffengewalt», ist von den Zahlen nicht überrascht. «Man weiss, dass erweiterte Suizide oft mit Schusswaffen begangen werden», sagte sie am Montag auf Anfrage. Mit solchen könne aus Distanz getötet werden, was die Hemmschwelle senke.
Die Initiative «Schutz vor Waffengewalt» will Armeewaffen aus privaten Haushalten verbannen. Auch sollen alle Schusswaffen zentral registriert werden. Wer eine Waffe besitzen will, soll nachweisen müssen, dass er eine solche benötigt und entsprechende Fähigkeiten mitbringt. (nab, sda)
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