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Donnerstag, 20.5.2010

Orange und Sunrise nehmen neuen Anlauf für Fusion

Orange und Sunrise haben zwar Rekurs gegen das Fusions-Verbot eingereicht, allerdings nur aus formellen Gründen. Denn gleichzeitig erarbeiten sie ein neues Gesuch an die Weko.

Orange und Sunrise wollen das Fusions-Verbot der Wettbewerbskommission (Weko) nicht akzeptieren. Die beiden Telekomanbieter haben beim Bundesverwaltungsgericht eine Rekurs eingereicht, wie Orange-Sprecherin Therese Wenger sagte.

Wie die beiden Unternehmen ihren Rekurs begründen, darüber schwiegen sie sich aus. Sunrise-Sprecherin Natasja Sommer erklärte: «Es handelt sich um ein laufendes Verfahren.»

Nur formeller Schritt
Der Rekurs ist allerdings rein formell. Denn aus Zeitgründen wollen Sunrise und Orange erneut an die Weko gelangen, um doch noch grünes Licht für die Fusion zu erhalten. Mit dem formellen Rekurs wollten die Mutterhäuser beider Telekomunternehmen, France Télécom und die dänische TDC, alle Optionen offen behalten, wie Orange-Sprecherin Therese Wenger sagte.

Bei den Optionen handelt es sich unter anderem um ein Wiedererwägungsgesuch oder ein komplett neues Gesuch beider Gesellschaften bei der Weko. Auf jeden Fall müssen Sunrise und Orange Zugeständnisse machen.

Weko will Duopol verhindern
Die Weko hatte ihr Verbot am 22. April damit begründet, dass sie ein marktbeherrschendes Duopol in der Schweiz durch die Swisscom und die fusionierte Orange/Sunrise verhindern wolle.

Durch den Zusammenschluss würde der derzeit aktivste Teilnehmer Sunrise aus dem schweizerischen Mobilfunkmarkt verschwinden, hatten die Wettbewerbshüter argumentiert. Zudem würde ein allfälliger Eintritt eines ausländischen Mobilfunkanbieters in die Schweiz praktisch verunmöglicht.

Rekurs dauert zu lange
Nur auf einen Erfolg des Rekurses zu setzen, ist für beide Unternehmen allerdings keine Lösung: Eine Beschwerde gegen das Fusionsverbot dauert nämlich zu lange. «Wir rechnen mit einer Dauer des Rekursverfahrens von ein bis zwei Jahren», sagte Sommer weiter.

Dies hält auch der Chef der Konkurrentin Swisscom für zu lange: Es sei unmöglich, die beiden Unternehmen über Jahre so zu führen, dass sie sowohl für eine Fusion als auch für einen Alleingang gewappnet seien, hatte Carsten Schloter vor kurzem gesagt. Das gehe bereits wegen anstehender Investitionen ins Mobilfunknetz nicht.

Glaube an Fusion unerschütterlich
«Wir glauben nach wie vor an eine Fusion», sagte Wenger. Wenn man das Dossier in abgeänderter Form nochmals einreiche, müsste Orange-Besitzerin France Télécom nochmals mit Sunrise-Eignerin TDC verhandeln, hatte Orange-Schweiz-Chef Thomas Sieber vor kurzem gesagt. Dabei seien auch Verhandlungen über den Kaufpreis denkbar.

Gang zu Bundesrat möglich aber unwahrscheinlich
Die beteiligten Unternehmen könnten sich auch direkt an den Bundesrat wenden, um trotz des Neins der Weko doch noch zu fusionieren. Die Wahrscheinlichkeit dieses Weges sei aber «eher gering», sagte Sommer. Denn das Kartellgesetz verlange dafür ein «überwiegendes öffentliches Interesse.» Ob es ein solches gebe, sei fraglich.

Konsumentenschützer enttäuscht
Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) zeigte sich enttäuscht über den Rekurs von Orange und Sunrise. Sie wirft den beiden Unternehmen vor, zu keinen Konzessionen zugunsten der Konsumenten bereit zu sein.

Mit ihrem Rekurs hätten Orange und Sunrise auf stur geschaltet und auch die Stellung der Weko auf dem Telekommarkt untergraben, liess die SKS verlauten. Für die SKS drängen sich daher bei der anstehenden Revision des Kartellgesetzes eine Stärkung der beiden Regulationsbehörden Weko und Kommunikationskommission (ComCom) auf. (rend/nab, sda)


Donnerstag, 22.4.2010

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Das Telekomunternehmen Orange darf den Konkurrenten Sunrise nicht übernehmen. Die Wettbewebskommission hat den Deal untersagt. Für Bundesrat Leuenberger ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.  


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