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Dienstag, 9.3.2010

Aus für Champions Hockey League

Das Experiment Champions Hockey League ist nach einem Praxistest endgültig gescheitert: Vor allem wegen finanzieller Probleme hat der Weltverband die internationale Runde zu den Akten gelegt.

Hintergrund: Champions Hockey League

Die Champions Hockey League wurde 2009 erstmals ausgetragen. Der Internationale Eishockey-Verband hatte den neuen Europacup 2008 nach dem Vorbild der amerikanischen National Hockey League NHL ins Leben gerufen. Seine Vorgänger waren mangels Interesse nach jeweils vier Jahren wieder eingestellt worden.  Mehr

Nach nur einer Austragung in der Saison 2008/09 wird die Champions League im Eishockey wieder eingestellt. Der Eishockey-Weltverband (IIHF) hat die geplante Neulancierung abgesagt. Die ZSC Lions bleiben damit einziger Sieger.

Streit um Termine und Finanzierung
Von September hätten die acht Landesmeister aus Deutschland, Russland, der Schweiz, Finnland, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Schweden in 14 Partien gegeneinander spielen sollen. Die Clubs und Ligen konnten sich aber weder über Termine noch Finanzierung einigen, teilte der IIHF weiter mit.

Zweiter Anlauf für zweite Austragung
Mit der Marketing-Agentur Infront wollte die IIHF dem Wettbewerb auf die kommende Saison hin wieder Leben einhauchen, nachdem die zweite Austragung für die laufende Saison wegen finanzieller Probleme hatte abgesagt werden müssen.

Widerstand gegen Verpflichtung für drei Jahre
Das im Vergleich zur Premiere redimensionierte Projekt - mit weniger Teilnehmern und tieferem Preisgeld -, das die IIHF in den vergangenen Wochen in die Vernehmlassung geschickt hatte, fand nicht bei allen europäischen Top-Ligen Unterstützung.

Die Verhandlungen scheiterten gemäss der IIHF vor allem an jenem Punkt, dass sich die Ligen nicht über die dreijährige Startphase hinaus verpflichten wollten.

IIHF-Chef bedauert Entscheid
Deshalb zog die IIHF um Präsident René Fasel nun einen Schlussstrich. «Wir bedauern zutiefst, dass wir diesen Entscheid treffen mussten und die Champions League nicht fortsetzen. Obwohl unser Vorschlag eine faire Balance zwischen Risiko und Gewinnchancen für alle Parteien in Aussicht stellte, konnten einige Mitglieder der europäischen Eishockey-Familie unserer Vision nicht folgen», sagte Fasel. Noch vor einem Monat war der Freiburger guten Mutes gewesen.

Einziger Sieger bleibt ZSC
Die ZSC Lions bleiben damit der einzige Sieger der Champions League, die im Herbst 2008 mit viel Getöse und dank russischen Geldgebern mit einem Preisgeld von 10 Millionen Euro gestartet worden war.

Wegen der Finanzkrise zogen sich die Investoren um den Energielieferanten Gazprom nach einem Jahr zurück. Seither suchte die IIHF fieberhaft nach einer Lösung. Angeblich hätten nun neue Geldgeber bereitgestanden, wie die IIHF mitteilte.

Rechtliche Konsequenzen befürchtet
Das neue Projekt beinhaltete auch die Ausfall-Entschädigungen für jene Klubs, die in der laufenden Saison hätten teilnehmen können.

Diese Klubs (mit Meister Davos und Qualifikationssieger Bern aus der NLA) hatten mit der Ligen-Vereinigung «Hockey Europe» im Rücken bereits im Herbst mit einer Klage für die entgangenen Einnahmen gedroht. Der IIHF droht nach der Absage des Prestige-Projekts ein juristisches Hickhack.

Auch Victoria Cup in Frage gestellt
Nach dem Ende der Champions League ist auch die Zukunft des Victoria Cups - zumindest in der ursprünglichen Form - in Frage gestellt.

Den zweiten Event zwischen dem Europacup-Sieger und einem Vertreter der NHL entschieden die ZSC Lions gegen die Chicago Blackhawks im September (2:1) für sich. Die Premiere ein Jahr davor in Bern war an die New York Rangers gegangen. (nab, sda/dpa)


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