Echo der Zeit vom Montag, 6.9.2010, 18.00 Uhr
Angela Merkel war nach der Nachtsitzung zur deutschen Atompolitik geradezu euphorisch. Eine Revolution stehe bevor in Deutschland mit dem Koalitionsbeschluss: Bis zur Mitte des Jahrhuderts werde achtzig Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen kommen. Andererseits beschloss die Regierung, dass die 17 deutschen AKWs später abgeschaltet werden als vereinbart.
Montag, 6.9.2010
Die deutsche Regierung hat sich darauf geeinigt, die Laufzeit der 17 Atomkraftwerke im Schnitt um 12 Jahre zu verlängern. Der Kompromiss wird von der Opposition scharf gerügt.
Rendez-vous vom Montag, 6.9.2010, 12.30 Uhr
Deutschland verlängert die Laufzeit seiner 17 Kernkraftwerke um acht bis zwölf Jahre. Der eigentlich beschlossene Ausstieg aus der Atomkraft rückt damit weit in die Zukunft. Kein Wunder, gibt der in der Regierungskoalition erzielte Kompromiss viel zu reden. Kanzlerin Angela Merkel spricht von «Revolution», die Opposition droht mit einem «heissen Herbst».
Echo der Zeit vom Sonntag, 5.9.2010, 18.00 Uhr
Die deutsche Regierung will heute beschliessen, die Atomkraftwerde länger laufen zu lassen als bisher beabsichtigt. Das würde bedeuten, dass der von der rot-grünen Vorgängeregierung 2000 beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie erheblich verzögert wird. Dieser Entscheidung sind monatelange Diskussionen vorausgegangen - und es werden noch lange Diskussionen folgen.
Mittwoch, 1.9.2010
Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für die Lagerung radioaktiver Abfälle sind nun Bevölkerung, Parteien sowie Organisationen aufgerufen, bis November mitzudiskutieren.
Echo der Zeit vom Montag, 23.8.2010, 18.00 Uhr
Die Schweizer Suche wird auch im Deutschland genau verfolgt, und zwar von einer Expertengruppe im Auftrag des deutschen Bundesministeriums. Zum einen, weil mögliche Schweizer Standorte für ein Tiefenlager in unmittelbarer Grenznähe liegen, zum andern aber auch, weil das schweizerische Verfahren als vorbildlich gilt. «Das Schweizer Vorgehen ist beispielhaft» sagt Politikwissenschaftler Peter Hocke vom Insitut für Technikfolgenabschätzung in Karlsruhe und Mitglied der Expertengruppe.
Montag, 23.8.2010
Auf dem Karussell für die Lagerung radioaktiver Abfälle sitzen weiterhin sechs Standorte. In den nächsten Wochen orientiert der Bund über seine Pläne und führt Anhörungen durch.
Dossier, Letztes Update: Montag, 23.8.2010
Bislang ist die Frage ungelöst, wo der strahlende atomare Abfall endgelagert werden soll. Das Problem: Die hochradioaktiven Abfälle aus AKW müssen für die nächsten 100'000 Jahre sicher verschlossen werden. In der Schweiz wird seit rund 30 Jahren nach einem geeigneten Standort für ein Endlager gesucht.
Echo der Zeit vom Freitag, 20.8.2010, 18.00 Uhr
Der Kampf tobt schon jetzt, öffentlich und heftig. Dabei will die deutsche Regierung erst gegen Ende September den so genannten «Energiemix» beschliessen. Strittig ist vor allem das Thema Atomenergie: Wie lange sollen die bestehenden Kernkraftwerke noch betrieben werden?
Montag, 16.8.2010
Der Ausschuss der potenziellen Sandortortkantone von radioaktiven Abfälle empfiehlt weitere Abklärungen. Bevor Standorte ausgeschieden werden, sollen zusätzliche Feldforschungen gemacht werden.