Nur einer der drei Schläger redete zu Prozessbeginn
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat in München der Prozess gegen drei Küsnachter Berufswahlschüler wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung begonnen. Die Verhandlung findet - wie im Jugendstrafrecht üblich - hinter verschlossenen Türen statt. Die aus der Schweiz angereisten Eltern sassen mit im Gerichtssaal.
Zwei schwiegen, einer redete
Während sich zwei der Jugendlichen beharrlich ausschwiegen, erzählte der mutmassliche Haupttäter am ersten Prozesstag aus seinem bisherigen Leben. Zum Tathergang allerdings äusserte sich bislang auch er nicht.
Noch am Tatabend waren sie in ihrer Unterkunft festgenommen worden und sitzen seither in Haft. Nach deutschem Strafrecht drohen ihnen Strafen von bis zu zehn Jahren. Hierzulande hätte das Trio mit Strafen von maximal vier Jahren zu rechnen.
Versuchter Mord in zwei Fällen
Auf einer Schulreise im vergangenen Sommer sollen die damals 16-Jährigen in der Münchner Innenstadt wahllos fünf Männer zusammengeschlagen und zum Teil schwer verletzt haben. Nach deutschem Jugendstrafrecht drohen den dreien bis zu zehn Jahre Haft.
Die Staatsanwaltschaft geht in zwei Fällen von versuchtem Mord aus: Einem Körperbehinderten und einem Geschäftsmann sollen die Jugendlichen mit so grosser Wucht gegen den Kopf getreten haben, dass beide bewusstlos liegenblieben.
38 Zeugen aufgeboten
Beide treten im Prozess als Nebenkläger auf. Sie sollen wie die anderen drei Opfer am Dienstag und am Mittwoch einvernommen werden. Insgesamt sind 38 Zeugen geladen, drei Sachverständige sind an dem Verfahren beteiligt, unter ihnen als Gutachter der Jugendpsychiater Franz Joseph Freisleder. (haem/bat, dpa/sda)
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