USA drohen Iran mit scharfen Sanktionen
Ahmadinejad narrt schon wieder die ganze Welt
Mahmud Ahmadinejads Kompromiss-Angebot vor fünf Tagen: eine Finte. Irans Auftritt an der Münchner Sicherheitskonferenz: ein Leerlauf. Denn tatsächlich ordnete der iranische Präsident an, das Uran stärker anzureichern, als es für Atomkraftwerke erforderlich wäre. - Weltweit ist die Empörung gross. Doch noch grösser ist die Ohnmacht. Mehr
Iran lässt den Streit um sein Atomprogramm eskalieren. Nach einem gescheiterten Vermittlungsversuch auf der Münchner Sicherheitskonferenz ordnete der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Produktion von hochangereichertem Uran an.
Im Staatsfernsehen erteilte Ahmadinejad dem Chef der Atomenergiebehörde (IAEA) den Auftrag, umgehend mit der umstrittenen Anreicherung zu beginnen, solange der Westen mit dem Iran «Spielchen spiele».
Unverbindliche Worte Mottakis
Mit seiner Ankündigung ging Ahmadinejad wieder auf Konfrontationskurs mit dem Westen. Noch am Samstag hatte der kurzfristig angekündigte Auftritt seines Aussenministers und Vertrauten Manucher Mottaki an der Sicherheitskonferenz in München leise Hoffungen auf ein mögliches Einlenken geweckt.
Die unverbindlichen Worte Mottakis überzeugten den Westen indes nicht. «Teheran muss seinen Pflichten nachkommen oder sich auf weitere Sanktionen einstellen», sagte James Jones, der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama.
Russlands Aussenminister Sergej Lawrow bezeichnete es auf der Konferenz als völlig inakzeptabel, wenn ein weiteres Land in den Besitz von Atomwaffen käme. Allerdings steht Russland zusammen mit China neuen Sanktionen gegen Iran bislang eher ablehnend gegenüber.
US-Senator droht mit Krieg
Der Geduldsfaden riss an der Konferenz dem einflussreichen amerikanischen Senator Joe Liebermann: Er drohte Iran offen mit Krieg. «Wir haben die Wahl», sagte er, «entweder gibt es harte Wirtschaftssanktionen, damit die Diplomatie funktioniert, oder wir stehen vor der Alternative eines Militärschlags gegen Iran.»
Liebermann erinnerte daran, dass die US-Streitkräfte längst Pläne hätten, wie die unterirdischen Atomanlagen wirkungsvoll getroffen werden könnten.
Uran für medizinische Zwecke
Die Weltgemeinschaft will, dass die Anreicherung von Uran nicht in Iran, sondern unter internationaler Kontrolle in Russland und Frankreich erfolgt. Im Grunde ist Iran damit einverstanden, stellt aber Bedingungen.
Das auf 20 Prozent angereicherte Uran will Iran für seinen Forschungsreaktor in Teheran nutzen, der unter anderem für medizinische Zwecke genutzt werde. Um Uran waffenfähig zu machen, ist ein Anreicherungsgrad von 80 bis 90 Prozent nötig.
Der Westen verdächtigt Iran, heimlich an Atomwaffen zu bauen. Teheran betont dagegen den rein zivilen Charakter seines Atomprogramms. (haem, reuters/dpa)
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