Deutschland startet Hausdurchsuchungen im Steuerstreit
Die deutschen Behörden gehen gezielt gegen Inhaber von Schweizer Konten vor, die das Geld oder die Erträge nicht versteuert haben. Sie stützen sich dabei auf die jüngst erworbene CD mit Kundendaten deutscher Staatsbürgern mit Konten in der Schweiz.
Fahnder bei Verdächtigen
Das baden-württembergische Finanzministerium bestätigte einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», demzufolge die Behörden des Bundeslandes die Fahndung nach Steuerhinterziehern verstärkt habe. So seien möglicherweise erste Durchsuchungen bei Verdächtigen vorgenommen worden.
Die Finanzbeamten hätten bereits bei ihrem Erscheinen den exakten Betrag gekannt, der auf einem Bankkonto der Credit Suisse läge, sagte ein Anwalt von Betroffenen.
In Bayern erklärte ein Sprecher, seines Wissens habe es im Freistaat noch keine Durchsuchungen gegeben. Die Daten würden derzeit von einer Koordinierungsstelle im Landesamt für Steuern geprüft und gegebenenfalls an die zuständigen Stellen weitergeleitet.
Nordrhein-Westfalen übermittelte Daten
Das Bundesland Baden-Württemberg habe die Daten zu Steuersündern von Nordrhein-Westfalen übermittelt bekommen, sagte der Sprecher der Behörde. Die von Nordrhein-Westfalen Ende Februar für rund 2,5 Millionen Euro erworbene Daten-CD soll Angaben zu etwa 1500 mutmasslichen Steuerhinterziehern aus ganz Deutschland enthalten.
Nach Auswertung der CD sind Ermittlungsverfahren gegen 1100 mutmassliche Steuerhinterzieher eingeleitet worden. Es geht um ein Anlagevermögen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro.
Die Regierung von Baden-Württemberg hatte Anfang März keine Einigung über den Kauf der gestohlenen Daten erzielen können. (haem, dpa)
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