Janukowitsch neuer Präsident der Ukraine
Siegesgewiss: Wiktor Janukowitsch bei der Stimmabgabe. (Reuters)
Knapper Wahlausgang um Präsidentschaft in der Ukraine
In der Ukraine herrscht politische Hochspannung. Nach der Präsidentenwahl sind zwar noch nicht alle Stimmen ausgezählt, aber es sieht ganz danach aus, dass Wiktor Janukowitsch gewonnen hat. Mehr
Bei der Stichwahl um die ukrainische Präsidentschaft hat Oppositionsführer Wiktor Janukowitsch seinen Vorsprung behauptet. Die Wahlleitung in Kiew teilte mit, der 59-Jährige sei bei der Auszählung der letzten Stimmen nicht mehr einzuholen. Damit wurde der Nato-Gegner und Rivale der pro-westlichen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko indirekt zum Sieger erklärt.
Nach Auszählung fast aller Stimmen hat Janukowitsch Timoschenko um fast drei Prozentpunkte geschlagen. Die Wahlbeteiligung im nach Russland zweitgrössten Land Europas lag bei knapp 70 Prozent.
Timoschenko wittert Wahlbetrug
Die 49-jährige Timoschenko warnte vor voreiligen Schlüssen, und weigerte sich bislang, das Wahlergebnis anzuerkennen. Sie schloss nicht aus, das Resultat gerichtlich anzufechten.
Beobachter loben den Verlauf der Wahlen
Westliche Beobachter sprachen von einem weitgehend ordnungsgemässen Verlauf der Wahlen. Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teilten mit, die Stichwahl sei professionell, transparent und ehrlich gewesen. Sie lobten die unabhängigen Medien und die politische Pluralität im Land, und forderten die politischen Akteure in Kiew zu einem friedlichen Machtwechsel auf.
Lehren aus den Fehlern von 2004
Der Nato-Gegner Janukowitsch hatte sich auch 2004 zum Sieger erklärt. Er verlor damals aber nach einem Skandal um Wahlfälschung und Massenprotesten der Orangen Revolution die Wiederholung der Abstimmung gegen Wiktor Juschtschenko.
Präsident Wiktor Juschtschenko hatte im ersten Wahlgang Mitte Januar wegen seiner antirussischen Politik und gebrochener Reformversprechen eine schwere Niederlage erlitten. (bat/jwi/haem, dpa/sda)
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